MATOU

Michael KÖHLMEIER: MATOU. 2023.

Abstract

KÖHLMEIER, Michael: „MATOU“, München 2023
Über 950 Seiten erzählt eine Katze ihr Leben. Da geht es einerseits um Fachwissen, über das Leben einer Katze und andererseits – sonst wäre es ja keine Dichtung – um Erfundenes. Über so viele Seiten die Leserschaft bei der Stange zu halten ist eine Herausforderung für einen Schriftsteller. Die Spannung darf nicht nachlassen und der Erzählfluss muss interessant bleiben.
Katzen – und so auch diese Katze mit Namen Matou – haben sieben Leben. Jeder Lebensabschnitt wird beschrieben. Im ersten Leben wohnt die Katze bei einem revolutionären Zeitungsherausgeber während der französischen Revolution in Paris. So lernt der Kater alle wichtigen Persönlichkeiten der Revolution kennen und aus seinem Mund (Maul) beschreibt sie Köhlmeier. Wie uns aber die Geschichte lehrte, landen sie fast alle am Schafott. Es werden ihnen die Köpfe abgeschlagen. Haben sie diese Todesurteile noch selbst ausgestellt, so verurteilen sie andere später. Kater Matou sieht auch den Kopf seines Herrn fallen. Von ihm, einem brillanten Redner, hatte er das Sprechen der menschlichen Sprache erlernt. Nur einmal hat er sie angewendet: als er unter der Guillotine stand und von seinem Herrn Abschied nahm. Die Familie zerfiel dann und der verwöhnte Kater – immerhin hat er in einem angesehenen Haushalt gewohnt, wo er alles bekam, was ein Katzenherz verlangen kann – musste sich als Unterstandsloser durchschlagen. Als verwilderter Kater kommt er dann selbst unter die Guillotine. Da das Messer dieser Tötungsmaschine neu geschliffen wurde und im Anschluss der berühmte Robespierre hingerichtet werden sollte, wollte der Schaftrichter die Funktion der Maschine prüfen und fing die Katze Matou ein und legte deren Kopf unter das Messer.
Matou vollendete sein erstes Leben und kam in die Zwischenzeit zwischen seinem ersten und zweiten Leben. Er nannte es „im Weggemachten“, denn „nirgends in der diesseitigen Welt wirst du einen solchen Frieden finden, eine solche Zufriedenheit, solche Heiterkeit und Gelassenheit und wärmende Geselligkeit, eine solche Zuversicht. Kein Blick kehrt sich nach unten, kein Gelenk schmerzt, kein Muskel zehrt, kein Auge trieft; fehlende Zähne sind wie durch ein Wunder ersetzt, Wunden geheilt…“ (Seite 151) Es ist eine heile Welt, in die die Katzen da eintreten. „Alles Leid ist weggemacht.“ Der diensthabende Kater im „Weggemachten“ empfängt die Verstorbenen und bringt sie zum Katalog, der für jeden Kater angelegt ist und dieser kann sich seinen Ort und Herrn des nächsten Lebens aussuchen. Matou, der im ersten Reden gelernt hatte, will jetzt einen Herren, bei dem er lesen und schreiben lernt. Die Auswahl fällt auf einen Dichter. Der ermöglicht es ihm auch, dass er – nachdem er „ausgelernt“ hatte, auf eine Abenteuerreise auf einem Schiff gehen konnte. Das Schiff kenterte. Viele der Besatzung starben. Er konnte sich durch seine Klugheit retten und kam wieder zum Dichter in Berlin zurück. Als dieser starb, wurde er wieder zum Streuner, der auf der Straße wohnte. Im Winter nahm er Quartier in einer Fabrik. Als eine Dampfmaschine explodierte, war sein zweites Leben zu Ende.
Im dritten wünschte er sich die Insel Hydra. Hier lebte er fast ausschließlich unter Katzen. Auf dieser Insel wohnten mehr Katzen als Menschen und die Katzen waren friedlich zueinander. Kein Überlebenskampf wie in Berlin. Er wurde bald zum Anführer und König und führte mit einer Mäusezucht eine Art Grundeinkommen ein. Als König wurde er aber – so wie viele Diktatoren – korrupt und unbeliebt. Das Volk war froh, als er starb.
Im vierten Leben wurde er eine Raubkatze in Afrika, die sich um ein verstümmeltes Kind kümmerte, das er im Rollstuhl vor sich herschob. Wie er aus diesem Leben schied, wird im Buch nicht verraten.
Im nächsten Leben landet er in einem Zirkus, wo er bei einem Tiger im Käfig Quartier bekommt. Im Zirkus gibt es auch einen sprechenden Affen, mit dem er sich anfreundet. Der Krieg war ausgebrochen. Ein Weltkrieg, worunter auch der Zirkus litt. Keine Besucher. Kein Geld. Die Tiere hungerten; verhungerten und starben. Der Kater sah für sich auch keinen Auweg mehr und setzte sich zum Nationalfeiertag Tschechiens – der Zirkus gastiert in Prag – in die Kanone, die abgeschossen wurde. So endete sein Leben.
Wieder kommt er ins Jenseits und kann sich sein nächstes Leben aussuchen. Diesmal will er nach Amerika. Dies war ein schwer zu erfüllender Wunsch, weil amerikanische Katzen neun Leben haben und europäische nur sieben. Mit verschiedenen Auflagen darf er aber dann doch nach Amerika und bekommt keinen geringeren als Andy Warhol als Herren. Hier ändert Köhlmeier auch den Schreibstil und versucht ihn an Warhol (sofern man Schreiben an Malen anpassen kann) anzupassen. Durch die Erzählungen des Katers erfährt man vom Leben des Künstlers. Er nahm den Kater auch zu vielen Veranstaltungen und Treffen mit. Letztlich wirft er ihn aber hinaus. Ein reicher Nachbar füttert ihn. Als ihn dieser auf der anderen Straßenseite sieht, ruft er ihm. Matou läuft hinüber und direkt in ein Taxi hinein. Sofort war er tot und muss wieder ins „Weggemachte“, wo er sich seine Bleibe für das nächste Leben aussuchen kann.
Der Kater tritt in sein letztes, das siebente Leben ein und suchte sich eine Frau in Wien aus, bei der er einzieht. Hier schrieb er die Biografie über sich selbst. Er wohnte bei dieser Frau und deren Neffen Daniel. Mit Daniel freundete er sich an und unternahm Reisen, wohnte manchmal bei ihm in der Stadt, bevor er wieder zu seiner Herrin zurückkehrte. Sie wusste nicht, dass er lesen und schreiben konnte, ja am Aufschreiben seiner eigenen Biografie war. Daniel, der Neffe, war aber eingeweiht. Sie halfen sich gegenseitig. So bekam der Kater Papier und Tinte und der Neffe erhielt Hilfe beim Verfassen seiner Diplomarbeit, weil Matou die Zeit, über die Daniel schrieb, selbst erlebt hatte. Kater Matou ist auch der seelische Betreuer von Daniel, der sich selbst schlecht einschätzt und schwer mit Menschen umgehen kann. Als er sich in eine älter Frau mit zwei Kindern verliebt (oder besser gesagt „sie verliebte sich in ihn), lässt sich diese scheiden und die Familie zieht nach Berlin. Matou musste mitkommen, konnte in dieser kleinen Wohnung aber nur schwer an seinem Leben weiterschreiben. Durch eine List bringt ihn Daniel zum Berliner Hauptbahnhof, wo er sich losreißt und mit einem Zug nach Wien fährt und sich bis zu seiner Herrin durchschlägt.
Das letzte und siebente Leben ist im Buch verteilt geschildert. Im Rahmen der Nacherzählung der sechs vorangegangenen Leben, wird immer wieder dazwischen vom siebenten, dem aktuellen Leben berichtet. Bei der Hausherrin in Wien verfasst er 99 Arten des Sterbens und sein Testament. So hat er das Ende seines Lebens vorbereitet, das er aber selbst nicht mehr beschreiben kann.
Köhlmeier hat in seinen Texten immer wieder Gedichte eingestreut und mit einem Gedicht endet auch die Erzählung des Katers:
Und wenn Matou und Dame – hier ihre Hand,
hier meine Pfote – treten in das Land,
in das ihr Tod und meiner wollen führen,
dann sollen Haut und Fell einander spüren.
Es ist zwar eine Katze, die in diesem Buch ihre Geschichten und aus ihrem Leben erzählt, da das alles aber von einem Menschen – Michael Köhlmeier – geschrieben ist, kommt immer durch, dass die Eigenschaften, die hier einer Katze zugeschrieben werden, auch auf Menschen zutreffen. Etwa wenn es heißt „Ein gesunder Leib und ein gesunder Geist sind die beiden Hauptstützen aller Glückseligkeit. Wer diese beiden besitzt, hat wenig mehr zu wünschen übrig.“ (Seite 321) So meint er eben auch, dass von 100 Katzen 99 durch ihre Erziehung geprägt werden. Die Erziehung sei es, die eine Katze (einen Menschen) gut oder schlecht, für die Gesellschaft nützlich oder unnutz, Klug oder dumm mache. Es ist also auch ein philosophisches Buch, was durch unzählige Literaturzitate belegt wird. So lernt Kater Matou in einem seiner Leben, dass er ein „Ich“ ist und mit diesem Ich der Mittelpunkt der Welt ist. ABER auch andere sehen sich als ein ICH und ebenso als den Mittelpunkt der Welt.
Es sind sieben verschiedene Leben, die in diesem Buch beschrieben werden. Man könnte sie auch in sieben selbstständigen Büchern abfassen, aber Köhlmeier verschachtelt sie und so muss man als Leser diese fast 1000 Seiten durcharbeiten.
PS: Eine Eigenschaft des Katers imponierte mir persönlich: er kann eine Seite im Stück lesen und im Hirn speichern, um nachher abzurufen. Wie ein Scanner, bei dem man nachher nach bestimmten Wörtern suchen kann. Vielleicht eine Eigenschaft der nachkommenden Generationen: Cyborg. Man kann die Katze aber auch als Vorläufer von Chat-GPT sehen.

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    Katzen – und so auch diese Katze mit Namen Matou – haben sieben Leben. Jeder Lebensabschnitt wird beschrieben. Im ersten Leben wohnt die Katze bei einem revolutionären Zeitungsherausgeber während der französischen Revolution in Paris. So lernt der Kater alle wichtigen Persönlichkeiten der Revolution kennen und aus seinem Mund (Maul) beschreibt sie Köhlmeier. Wie uns aber die Geschichte lehrte, landen sie fast alle am Schafott. Es werden ihnen die Köpfe abgeschlagen. Haben sie diese Todesurteile noch selbst ausgestellt, so verurteilen sie andere später. Kater Matou sieht auch den Kopf seines Herrn fallen. Von ihm, einem brillanten Redner, hatte er das Sprechen der menschlichen Sprache erlernt. Nur einmal hat er sie angewendet: als er unter der Guillotine stand und von seinem Herrn Abschied nahm. Die Familie zerfiel dann und der verwöhnte Kater – immerhin hat er in einem angesehenen Haushalt gewohnt, wo er alles bekam, was ein Katzenherz verlangen kann – musste sich als Unterstandsloser durchschlagen. Als verwilderter Kater kommt er dann selbst unter die Guillotine. Da das Messer dieser Tötungsmaschine neu geschliffen wurde und im Anschluss der berühmte Robespierre hingerichtet werden sollte, wollte der Schaftrichter die Funktion der Maschine prüfen und fing die Katze Matou ein und legte deren Kopf unter das Messer.
    Matou vollendete sein erstes Leben und kam in die Zwischenzeit zwischen seinem ersten und zweiten Leben. Er nannte es „im Weggemachten“, denn „nirgends in der diesseitigen Welt wirst du einen solchen Frieden finden, eine solche Zufriedenheit, solche Heiterkeit und Gelassenheit und wärmende Geselligkeit, eine solche Zuversicht. Kein Blick kehrt sich nach unten, kein Gelenk schmerzt, kein Muskel zehrt, kein Auge trieft; fehlende Zähne sind wie durch ein Wunder ersetzt, Wunden geheilt…“ (Seite 151) Es ist eine heile Welt, in die die Katzen da eintreten. „Alles Leid ist weggemacht.“ Der diensthabende Kater im „Weggemachten“ empfängt die Verstorbenen und bringt sie zum Katalog, der für jeden Kater angelegt ist und dieser kann sich seinen Ort und Herrn des nächsten Lebens aussuchen. Matou, der im ersten Reden gelernt hatte, will jetzt einen Herren, bei dem er lesen und schreiben lernt. Die Auswahl fällt auf einen Dichter. Der ermöglicht es ihm auch, dass er – nachdem er „ausgelernt“ hatte, auf eine Abenteuerreise auf einem Schiff gehen konnte. Das Schiff kenterte. Viele der Besatzung starben. Er konnte sich durch seine Klugheit retten und kam wieder zum Dichter in Berlin zurück. Als dieser starb, wurde er wieder zum Streuner, der auf der Straße wohnte. Im Winter nahm er Quartier in einer Fabrik. Als eine Dampfmaschine explodierte, war sein zweites Leben zu Ende.
    Im dritten wünschte er sich die Insel Hydra. Hier lebte er fast ausschließlich unter Katzen. Auf dieser Insel wohnten mehr Katzen als Menschen und die Katzen waren friedlich zueinander. Kein Überlebenskampf wie in Berlin. Er wurde bald zum Anführer und König und führte mit einer Mäusezucht eine Art Grundeinkommen ein. Als König wurde er aber – so wie viele Diktatoren – korrupt und unbeliebt. Das Volk war froh, als er starb.
    Im vierten Leben wurde er eine Raubkatze in Afrika, die sich um ein verstümmeltes Kind kümmerte, das er im Rollstuhl vor sich herschob. Wie er aus diesem Leben schied, wird im Buch nicht verraten.
    Im nächsten Leben landet er in einem Zirkus, wo er bei einem Tiger im Käfig Quartier bekommt. Im Zirkus gibt es auch einen sprechenden Affen, mit dem er sich anfreundet. Der Krieg war ausgebrochen. Ein Weltkrieg, worunter auch der Zirkus litt. Keine Besucher. Kein Geld. Die Tiere hungerten; verhungerten und starben. Der Kater sah für sich auch keinen Auweg mehr und setzte sich zum Nationalfeiertag Tschechiens – der Zirkus gastiert in Prag – in die Kanone, die abgeschossen wurde. So endete sein Leben.
    Wieder kommt er ins Jenseits und kann sich sein nächstes Leben aussuchen. Diesmal will er nach Amerika. Dies war ein schwer zu erfüllender Wunsch, weil amerikanische Katzen neun Leben haben und europäische nur sieben. Mit verschiedenen Auflagen darf er aber dann doch nach Amerika und bekommt keinen geringeren als Andy Warhol als Herren. Hier ändert Köhlmeier auch den Schreibstil und versucht ihn an Warhol (sofern man Schreiben an Malen anpassen kann) anzupassen. Durch die Erzählungen des Katers erfährt man vom Leben des Künstlers. Er nahm den Kater auch zu vielen Veranstaltungen und Treffen mit. Letztlich wirft er ihn aber hinaus. Ein reicher Nachbar füttert ihn. Als ihn dieser auf der anderen Straßenseite sieht, ruft er ihm. Matou läuft hinüber und direkt in ein Taxi hinein. Sofort war er tot und muss wieder ins „Weggemachte“, wo er sich seine Bleibe für das nächste Leben aussuchen kann.
    Der Kater tritt in sein letztes, das siebente Leben ein und suchte sich eine Frau in Wien aus, bei der er einzieht. Hier schrieb er die Biografie über sich selbst. Er wohnte bei dieser Frau und deren Neffen Daniel. Mit Daniel freundete er sich an und unternahm Reisen, wohnte manchmal bei ihm in der Stadt, bevor er wieder zu seiner Herrin zurückkehrte. Sie wusste nicht, dass er lesen und schreiben konnte, ja am Aufschreiben seiner eigenen Biografie war. Daniel, der Neffe, war aber eingeweiht. Sie halfen sich gegenseitig. So bekam der Kater Papier und Tinte und der Neffe erhielt Hilfe beim Verfassen seiner Diplomarbeit, weil Matou die Zeit, über die Daniel schrieb, selbst erlebt hatte. Kater Matou ist auch der seelische Betreuer von Daniel, der sich selbst schlecht einschätzt und schwer mit Menschen umgehen kann. Als er sich in eine älter Frau mit zwei Kindern verliebt (oder besser gesagt „sie verliebte sich in ihn), lässt sich diese scheiden und die Familie zieht nach Berlin. Matou musste mitkommen, konnte in dieser kleinen Wohnung aber nur schwer an seinem Leben weiterschreiben. Durch eine List bringt ihn Daniel zum Berliner Hauptbahnhof, wo er sich losreißt und mit einem Zug nach Wien fährt und sich bis zu seiner Herrin durchschlägt. 
    Das letzte und siebente Leben ist im Buch verteilt geschildert. Im Rahmen der Nacherzählung der sechs vorangegangenen Leben, wird immer wieder dazwischen vom siebenten, dem aktuellen Leben berichtet. Bei der Hausherrin in Wien verfasst er 99 Arten des Sterbens und sein Testament. So hat er das Ende seines Lebens vorbereitet, das er aber selbst nicht mehr beschreiben kann.
    Köhlmeier hat in seinen Texten immer wieder Gedichte eingestreut und mit einem Gedicht endet auch die Erzählung des Katers:
    Und wenn Matou und Dame – hier ihre Hand,
    hier meine Pfote – treten in das Land,
    in das ihr Tod und meiner wollen führen,
    dann sollen Haut und Fell einander spüren.
    Es ist zwar eine Katze, die in diesem Buch ihre Geschichten und aus ihrem Leben erzählt, da das alles aber von einem Menschen – Michael Köhlmeier – geschrieben ist, kommt immer durch, dass die Eigenschaften, die hier einer Katze zugeschrieben werden, auch auf Menschen zutreffen. Etwa wenn es heißt „Ein gesunder Leib und ein gesunder Geist sind die beiden Hauptstützen aller Glückseligkeit. Wer diese beiden besitzt, hat wenig mehr zu wünschen übrig.“ (Seite 321) So meint er eben auch, dass von 100 Katzen 99 durch ihre Erziehung geprägt werden. Die Erziehung sei es, die eine Katze (einen Menschen) gut oder schlecht, für die Gesellschaft nützlich oder unnutz, Klug oder dumm mache. Es ist also auch ein philosophisches Buch, was durch unzählige Literaturzitate belegt wird. So lernt Kater Matou in einem seiner Leben, dass er ein „Ich“ ist und mit diesem Ich der Mittelpunkt der Welt ist. ABER auch andere sehen sich als ein ICH und ebenso als den Mittelpunkt der Welt.
    Es sind sieben verschiedene Leben, die in diesem Buch beschrieben werden. Man könnte sie auch in sieben selbstständigen Büchern abfassen, aber Köhlmeier verschachtelt sie und so muss man als Leser diese fast 1000 Seiten durcharbeiten.
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