Lucia Binar und die russische Seele

Vladimir Vertlib: Lucia Binar und die russische Seele. 2024.

Abstract

VERTLIB, Vladimir: „Lucia Binar und die russische Seele“, Wien 2015
Zwei Geschichten laufen die ersten Seiten parallel. Einerseits Frau Binar, eine alte Frau, die allein wohnt und vor kurzem einen Unfall hatte. Ihre Freundin betreute sie, ist aber auf Urlaub gefahren und die alte Frau ist allein. An einem Tag wird ihr Essen nicht geliefert. Als sie sich bei der Lieferfirma beschwert, stößt sie auf eine gereizte junge Frau, die ihr rät, Knäckebrot und Manner Schnitten zu essen, bis der Lieferservice in der kommenden Woche wieder aktiv werden kann. In der parallelen Geschichte lernt man als Leser Alexander, einen Russe, der in Wien wohnt, kennen. Bei einem dienstlichen Termin gerät er mit einer jungen Frau in einem Lift zusammen. Der Lift ist kaputt, fährt unkontrolliert hinauf und stürzt letztlich ab. Die beiden kommen mit wenigen Schrammen davon. In einem Kaffeehaus versuchen sie sich zu beruhigen und kommen sich näher. Es entsteht ein Verhältnis.
Im Haus der alten Dame werden Obdachlose einquartiert. Der Hausbesitzer will das Haus umbauen und versucht so die alten Mieter, die er nicht kündigen kann, zu vertreiben. Diese neuen Untermieter machen Lärm. Die alte Frau ist ganze Nächte lang wach und geht nach so einer durchwachten Nacht zum Hausbesitzer. Dort trifft sie die Dame, die ihr am Telefon Manner Schnitten anstelle eines Mittagessens empfohlen hat. Nun kommen die beiden Ausgangsgeschichten zusammen.
Die Liftbekanntschaft hat sich verliebt. In dieser Zweisamkeit öffnet sich ein weiteres Fenster des Romans: Alexander erzählt ihr sein Leben in Russland. Er erzählt, wie er als Lehrer durch einen Showmaster nach Wien gekommen ist. Letztlich wird auch Elisabeth – so heißt die Frau aus dem Lift – in diese Show mit aufgenommen. Diese Show ist einerseits eine Science-Fiction Show, die es so wahrscheinlich nie gegeben hat und andererseits ändert sie das Schicksal des Hausbesitzers jenes Hauses, in dem die alte Frau wohnt und in dem sie noch ihre letzten Lebensjahre verbringen möchte: ein amerikanischer Jude taucht in der Show auf, der den Besitz dieses und weiterer Häuser nachweisen kann. Die Show wird zu einem Happy End. Etwas kitschig, aber der Autor will damit zeigen, dass sich schlechte Zeiten auch in gute verwandeln können.

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    Im Haus der alten Dame werden Obdachlose einquartiert. Der Hausbesitzer will das Haus umbauen und versucht so die alten Mieter, die er nicht kündigen kann, zu vertreiben. Diese neuen Untermieter machen Lärm. Die alte Frau ist ganze Nächte lang wach und geht nach so einer durchwachten Nacht  zum Hausbesitzer. Dort trifft sie die Dame, die ihr am Telefon Manner Schnitten anstelle eines Mittagessens empfohlen hat. Nun kommen die beiden Ausgangsgeschichten zusammen.
    Die Liftbekanntschaft hat sich verliebt. In dieser Zweisamkeit öffnet sich ein weiteres Fenster des Romans: Alexander erzählt ihr sein Leben in Russland. Er erzählt, wie er als Lehrer durch einen Showmaster nach Wien gekommen ist. Letztlich wird auch Elisabeth – so heißt die Frau aus dem Lift – in diese Show mit aufgenommen. Diese Show ist einerseits eine Science-Fiction Show, die es so wahrscheinlich nie gegeben hat und andererseits ändert sie das Schicksal des Hausbesitzers jenes Hauses, in dem die alte Frau wohnt und in dem sie noch ihre letzten Lebensjahre verbringen möchte: ein amerikanischer Jude taucht in der Show auf, der den Besitz dieses und weiterer Häuser nachweisen kann. Die Show wird zu einem Happy End. Etwas kitschig, aber der Autor will damit zeigen, dass sich schlechte Zeiten auch in gute verwandeln können. 
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